Was bietet Casework an?

Wenn Probleme weitergereicht werden

In der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien werden notwendige Auseinandersetzungen oft vermieden. Die Schule möchte keinen Konflikt mit den Eltern. Die Schulsozialarbeit möchte das Vertrauen des Kindes nicht verlieren. Kommt keine Zusammenarbeit zustande, wird das Problem häufig an die nächste Stelle weitergereicht.

Es folgen Abklärungen, Beistandschaften und weitere Unterstützungsmassnahmen. Jede Stelle versucht im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen. Doch manchmal wird das eigentliche Problem nicht gelöst, sondern lediglich weitergereicht. Bis irgendwann einschneidende Massnahmen notwendig werden, die man mit einer frühzeitigen, klaren Auseinandersetzung möglicherweise hätte vermeiden können.

So wird aus einem Konflikt, den niemand austragen wollte, irgendwann ein Problem, das sich nicht mehr übergehen lässt.

Bei Casework bin ich bereit, auch unbequeme Gespräche zu führen, Grenzen zu setzen und Widerstand auszuhalten. Nicht weil Konfrontation ein Selbstzweck wäre, sondern weil rechtzeitige Klarheit oft mehr bewirken kann als jahrelanges Verständnis ohne Veränderung.


Selten ist ein Problem von Anfang an sauber beschrieben. Meist ist ziemlich klar, was nicht funktioniert. Warum es nicht funktioniert, ist oft weniger klar. Manchmal wurde schon einiges versucht, ohne dass sich wirklich etwas verändert hat. Manchmal passt eine Situation auch schlicht in kein bestehendes Angebot.

Genau dafür gibt es Casework.

Ich arbeite mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Familien. Beauftragt werden kann ich von Betroffenen selbst, von Angehörigen sowie von privaten oder öffentlichen Stellen.

Am Anfang steht immer die konkrete Situation. Alles Weitere ergibt sich daraus.

Kinder, Jugendliche und Familien

Ein Kind hat sein Problem selten ganz für sich allein. Familie, Schule, Freundschaften, Erwartungen und manchmal auch Behörden wirken zusammen. Mich interessiert deshalb nicht nur das Kind, sondern auch das, was rundherum passiert.

Verpasst eine Jugendliche dreimal einen Termin, kann man das dokumentieren und irgendwann feststellen, dass sie nicht mitarbeitet. Man kann aber auch fragen, warum sie nicht kommt und ob man sie auf einem anderen Weg besser erreicht.

Deshalb arbeite ich nicht nur im Büro. Wenn es sinnvoll ist, komme ich auch nach Hause oder treffe jemanden dort, wo ein Gespräch besser möglich ist. Das Umfeld kann einbezogen werden, wenn dies gewünscht und vereinbart ist.

Krisen, Lebensfragen und Neuorientierung

Nicht jede Krise ist eine Krankheit. Und sie ist auch nicht automatisch eine «Chance in Verkleidung», wie es uns die Self Help Literatur manchmal gerne verkaufen möchte.

Es gibt aber Situationen, in denen die bisherigen Antworten einfach nicht mehr tragen. Nach einer Trennung, einem Verlust, einem beruflichen Bruch, beim Älterwerden oder manchmal auch ohne einen klaren äusseren Anlass.

Dann tauchen Fragen auf, für die es keine Diagnose braucht:

Was ist hier eigentlich los?

Was will ich?

Was muss sich ändern?

Was soll bleiben?

Was mache ich mit dem, was sich nicht mehr ändern lässt?

Mein Philosophiestudium spielt bei solchen Gesprächen durchaus eine Rolle. Aber daraus wird kein Seminar über Existentialismus. Ich werde Ihnen auch nicht erklären, welchen Sinn Ihr Leben haben sollte. Das wissen Sie vermutlich besser als ich.

Manchmal ist dieses Wissen nur gerade nicht besonders gut zugänglich. Vielleicht zeigt sich im Gespräch, was wichtig ist. Vielleicht zuerst auch nur, was nicht mehr stimmt. Beides kann ein Anfang sein.

Wie ich arbeite

Ich arbeite nicht nach einem festen Programm und versuche auch nicht, jede Situation in ein bestehendes Schema zu pressen.

Manchmal braucht jemand ein Gespräch. Manchmal eine klare Rückmeldung. Manchmal jemanden, der bei einer Behörde anruft, zu einem Termin mitkommt oder in einer festgefahrenen Situation konkret interveniert.

Manchmal stellt sich auch heraus, dass die erste Erklärung des Problems gar nicht besonders gut war.

Mich interessiert der konkrete Mensch in seiner konkreten Situation. Deshalb passe ich mich jedem Fall individuell an.

Honorar

Das Honorar richtet sich nach Art und Umfang des Auftrags und liegt deutlich unter üblichen Psychotherapiepreisen. Fahrspesen halte ich bewusst moderat.

Auch Tagespauschalen und längere Einsätze sind möglich. Bei regelmässigen Aufträgen kann ein tieferer Stundenansatz vereinbart werden. Das gilt auch für befristete Mandate, Stellvertretungen oder Springereinsätze. Die Kosten werden vor Beginn vereinbart.

Eine Finanzierung sollte kein Hindernis sein: Fragen Sie doch bitte bei einer Stiftung oder bei einer Institution über eine Kostenträgerschaft nach.

©  Zur alten Kanzlei, CH-9100 Herisau
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